Datensicherung · Systemintegration
Backup-Arten vergleichen und richtig auswählen
Eine gute Datensicherung muss nicht nur erstellt, sondern innerhalb der benötigten Zeit zuverlässig wiederhergestellt werden können. Dazu vergleichst du Sicherungsdauer, Speicherbedarf und die benötigte Restore-Kette.
Voll, differenziell oder inkrementell?
Ein Vollbackup kopiert den gesamten ausgewählten Datenbestand. Eine differenzielle Sicherung enthält Änderungen seit dem letzten Vollbackup.
Eine inkrementelle Sicherung enthält Änderungen seit der unmittelbar vorherigen Sicherung. Sie ist meist klein, benötigt beim Restore aber die vollständige Kette seit dem Vollbackup.
- Voll: einfache Wiederherstellung, hoher Speicherbedarf
- Differenziell: Vollbackup plus letztes Differenzial
- Inkrementell: Vollbackup plus alle folgenden Inkremente
Schutzziele messbar machen
Das RPO beschreibt, wie viel Datenverlust in Zeit akzeptabel ist. Das RTO beschreibt, wie schnell ein Dienst nach einem Ausfall wieder verfügbar sein soll.
Restore-Tests sind unverzichtbar: Eine vorhandene Sicherungsdatei beweist noch nicht, dass Daten vollständig und rechtzeitig wiederhergestellt werden können.
- 3 Kopien
- 2 unterschiedliche Medientypen
- 1 Kopie extern oder anderweitig getrennt
Durchgerechnetes Beispiel
Beispiel: inkrementelle Woche
Sonntag wird voll gesichert, Montag bis Mittwoch jeweils inkrementell. Der Stand von Mittwoch soll wiederhergestellt werden.
- 1 Vollsicherung von Sonntag einspielen.
- 2 Danach die Inkremente von Montag, Dienstag und Mittwoch in Reihenfolge einspielen.
Ergebnis: Für den Restore werden vier Sicherungssätze benötigt.
Direkt anwenden
7 Übungen mit Lösungen
Beantworte die Aufgabe zuerst selbst. Öffne danach die Lösung, um Antwort und Rechenweg zu vergleichen.
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Aufgabe 1
SystemintegrationWarum ersetzt ein Snapshot einer virtuellen Maschine keine unabhängige Datensicherung?
- ASnapshot und Original können vom selben Storage-Ausfall betroffen sein
- BSnapshots enthalten grundsätzlich niemals Daten
- CSnapshots funktionieren nur bei ausgeschalteten Routern
- DSnapshots dürfen technisch nicht zurückgesetzt werden
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Richtige Antwort: Snapshot und Original können vom selben Storage-Ausfall betroffen sein
Snapshots hängen meist vom gleichen Storage und der VM-Kette ab. Ein Ausfall oder eine Beschädigung der Plattform kann Snapshot und Original gleichzeitig betreffen.
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Aufgabe 2
SystemintegrationWas enthält eine differentielle Datensicherung?
- ANur Änderungen seit der unmittelbar vorherigen differentiellen Sicherung
- BAusschließlich gelöschte Dateien
- CAlle Änderungen seit der letzten Vollsicherung
- DImmer ein vollständiges Abbild jedes Datenträgers
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Richtige Antwort: Alle Änderungen seit der letzten Vollsicherung
Sie sichert alle Änderungen seit der letzten Vollsicherung. Dadurch genügt zur Wiederherstellung die Vollsicherung plus das jüngste Differential.
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Aufgabe 3
SystemintegrationTäglich entstehen 40 GiB neue Sicherungsdaten. Wie viel Rohkapazität wird für sieben tägliche Sicherungen mindestens benötigt, wenn Kompression und Deduplizierung unberücksichtigt bleiben?
- A280 GiB
- B47 GiB
- C160 GiB
- D2.800 GiB
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Richtige Antwort: 280 GiB
Sieben Sicherungen mit jeweils 40 GiB benötigen 7 × 40 GiB = 280 GiB.
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Aufgabe 4
SystemintegrationWas fordert die 3-2-1-Regel für Datensicherungen?
- ADrei Kennwörter, zwei Benutzer, ein Server
- BDrei Kopien, zwei Medientypen, eine Kopie extern
- CDrei Vollsicherungen pro Stunde auf demselben Datenträger
- DDrei RAID-Controller in zwei Racks ohne externe Kopie
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Richtige Antwort: Drei Kopien, zwei Medientypen, eine Kopie extern
Die Regel empfiehlt drei Kopien auf zwei unterschiedlichen Medientypen, davon eine Kopie räumlich getrennt beziehungsweise extern.
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Aufgabe 5
SystemintegrationWas sichert ein inkrementelles Backup typischerweise?
- AImmer alle vorhandenen Daten
- BÄnderungen seit der letzten Sicherung
- CNur gelöschte Dateien
- DAusschließlich Betriebssystemdateien
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Richtige Antwort: Änderungen seit der letzten Sicherung
Es sichert die Änderungen seit der letzten Sicherung, unabhängig davon, ob diese letzte Sicherung voll oder inkrementell war.
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Aufgabe 6
SystemintegrationWas beschreibt das Recovery Point Objective (RPO)?
- AMaximal akzeptabler Datenverlust in Zeit
- BDauer des Hardwarekaufs
- CAnzahl der Administratoren
- DLebensdauer eines RAID-Controllers
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Richtige Antwort: Maximal akzeptabler Datenverlust in Zeit
Das RPO benennt den maximal akzeptablen Datenverlust, als Zeitspanne zwischen letztem nutzbarem Sicherungspunkt und Ausfall.
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Aufgabe 7
SystemintegrationWelche Sicherungen werden für die Wiederherstellung einer klassischen inkrementellen Kette benötigt?
- ANur das letzte Inkrement
- BNur die älteste Vollsicherung
- CLetzte Vollsicherung plus alle folgenden Inkremente
- DBeliebige einzelne Sicherung
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Richtige Antwort: Letzte Vollsicherung plus alle folgenden Inkremente
Benötigt werden die letzte Vollsicherung und alle danach bis zum Zielzeitpunkt erstellten inkrementellen Sicherungen.
Kurz erklärt
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RPO und RTO?
RPO begrenzt den akzeptablen Datenverlust, RTO die akzeptable Wiederherstellungsdauer.
Welche Sicherung braucht beim Restore die längste Kette?
Eine klassische inkrementelle Sicherung benötigt das letzte Vollbackup und jedes danach erstellte Inkrement bis zum Zielzeitpunkt.
Warum sind Restore-Tests wichtig?
Nur ein Test zeigt, ob Sicherungen lesbar, vollständig und innerhalb der geforderten Zeit wiederherstellbar sind.
Fachliche Referenz: BSI: Back-up – doppelt gesichert hält besser. Die Erklärungen und Aufgaben auf dieser Seite sind eigenständig formuliert.
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